Startseite - Reviews - Nachberichte - Kabarettistin Barbara Ruscher gastierte im Kulturhaus Oberwesel
Kabarettistin Barbara Ruscher gastierte im Kulturhaus Oberwesel
Barbara RuscherOberwesel - Teilzeit-Erotik und Wähler-Casting
Kabarett mit scharfer Zunge, immer die Alltäglichkeiten des Lebens im Blickwinkel, offen und meistens mit einem Schuss Ironie: Dies waren die Markenzeichen von Barbara Ruscher mit ihrem Auftritt "Eiskalt erwischt" im Kulturhaus Oberwesel. Dazu gehörten die gut gemeinten Ratschläge ihrer Mutter zum Thema Kochen, Kinderkriegen und Sauberkeit der Wohnung. Mit einem Rückblick auf Ihre pubertäre Phase mit ökologischem Hintergrund erinnerte Sie die Zuschauer an Zeiten, in denen Jugendliche noch von einer FCKW-freien Welt träumten, der Dalai-Lama für eine Halbfettmargarine gehalten wurde und Selbstgehäkeltes zum Alltag gehörte. Dass die Kabarettistin in Ihrer Kindheit... ... an einem Sprachfehler litt, was zu einer fast einseitigen Ernährung aus Spitzkohl und Öl führte und dass nach dem Verständnis Vieler Designerhosen von thailändischen Kindern mit Spitzzähnen ausgestanzt werden, gehörte ebenso zum Programm wie ein "Wähler-Casting" von Jugendlichen, weil Casting eben in ist. Für Neurodermitis-Geschädigte hatte sie den Ratschlag des Fleischers parat "Iss noch en Stück Wurst". Dazu passte dann das Klaviersolo "Ich kratz mich so gern!
Mit der Fabel "Tiere retten die Welt" startete die Künstlerin den Versuch, den Fortbestand der Deutschen bei der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung zu retten. Der Fahrradkauf bei Sales-Director "Mike the Bike" mit seinem Angebot an City-Bikes, Touren-Bikes, Cross-Bikes usw. wurde zu einem Erlebnis der besonderen Art. Das Lied "Ich hätt so gern nen Mann, so´n Klasse Hahn, so mit Federn dran" war Übergang zu den Themen "Teilzeiterotik" und des Kanzlers "Serielle Monogamie".
Die studierte Pädagogin Barbara Ruscher verkaufte mit einem Lächeln auf den Lippen am laufenden Band scharfzüngige Gemeinheiten, aber immer mit einem gewissen Charme. Die Besucher dankten der Künstlerin mit einem lang anhaltenden Applaus, der erst endete, als diese eine – verdiente – Zugabe versprach.
Berthold Kuhn
Weitere Infos unter Kulturhaus-Oberwesel.de.
 

WatWo.de bei Facebook

Anzeige

Banner

Impressum | RSS Feed | © 2004-2012 by SaNic media GbR

Top