| Brillantes Kabarett in der Kulturscheune |
Kastellaun - Das 3. Glühweinkabarett in Kastellaun zeigte, dass das Konzept des Vereins für Kunst und Kultur in Kastellaun, kurz KuKuK e.V., voll aufgeht. Die Kulturscheune mit ihrem einzigartigen Ambiente wirkte inspirierend auf Publikum und Akteure. Humor und politisches Kabarett sorgten für einen abwechslungsreichen Abend. In der ausverkauften Kulturscheune der Badischen Kellerey traten vier Kabarettisten der Spitzenklasse auf. Der KuKuK e.V. engagierte Rüdiger Höfken vom Podio Theater in Krefeld, der durch den Abend führte und dabei so manche Spitze über das Älterwerden und Rückenschmerzen ab dem vierzigsten Geburtstag zum Besten gab. Mitgebracht hatte er drei Akteure,
die ihren Kollegen im Fernsehen in nichts nachstehen. Angefangen mit Andrea Witschi, die als testreisende Schweizerin namens Vreni Stauffacher das Publikum aufklärte, wer wirklich für so manches Weltwunder verantwortlich ist: die Schweizer nämlich! Nach ihrem "Exotus helvetica" nach Ägypten hatten sie Sehnsucht nach den Bergen und so entstanden die Pyramiden, nach deren Besuch man sich gründlich mit der Fusselbürste reinigen muss. Auch der Toilettenbesuch in einem fremden Land kann so seine Tücken haben, weshalb die Testreisende aus Leidenschaft immer gut gerüstet ist, zur Not mit Gummistiefeln. Für ihre eindrucksvolle Schilderung mit akrobatischer Höchstleistung bekam sie viel Applaus. Der junge Stand up Comedian Matthias Jung aus Hüffelsheim bei Bad Kreuznach sorgte für viele Lacher. Als Junge vom Land reiste er in die große Stadt und konnte so von vielen Erlebnissen berichten. In klassischer Stand-up-Manier ging er spontan auf das Publikum ein und er hätte sicher noch Stundenlang so weitermachen können. Das Kabarett die Gesellschaft und ihre Politiker satirisch hinterfragt kam auch an diesem Abend nicht zu kurz. So las Rüdiger Höfken seinen offenen Brief an Roland Koch vor, in dem er diesen daran erinnerte, das "Lager" eine schlechte Tradition in Deutschland haben und das Kinder eher nicht ins Gefängnis gehören. Mit einer Mischung aus Humor und bissiger Medienkritik trat dann Volker Diefes auf. Acht Jahre war er Mitglied des Düsseldorfer Kom(m)ödchen-Ensembles. Nun ist er Solo mit dem Programm "Hotel Mama" unterwegs. Kritisch nahm er unser aller Medienverhalten aufs Korn - sind wir schon so verblödet, dass wir nicht mehr selbst wissen, wie man eine Wohnung renoviert? Braucht man für alles eine Reality-TV-Show? Was ist defekt an unserer Hardware im Kopf? Mit verschiedenen Songs unterstrich Volker Diefes gesanglich gekonnt und textlich pointiert sein Anliegen, nicht ohne immer wieder auch wirkliche Lacher zu bringen: Wenn Schwimmern so gesund ist und man davon abnimmt, was machen Wale dann falsch? Eine der vielen Fragen, die an diesem Abend offen blieben und noch nach dem fulminanten Bühnenabgang das Publikum beschäftigen sollten. Das Comedians und Kabarettisten ihr Publikum immer wieder mit einbeziehen, hat man schon oft gesehen. Ein Mann hätte aber an diesem Abend ebenfalls eine Gage verdient: Markus, der immer wieder das Opfer der Akteure wurde und am Schluss eindrucksvoll auf der Bühne mitspielte. Dafür bekam er einen großen Sonderapplaus. Das 3. Glühweinkabarett in Kastellaun war ein voller Erfolg und viele Zuschauer der ersten Stunde waren sich darin einig, dass es in diesem Jahr wieder eine Steigerung gegeben hat. Hochklassige Unterhaltung mit Niveau in urigem Ambiente, dafür steht der Name "Glühweinkabarett in Kastellaun". Der KuKuK e.V. hat für dieses Jahr noch weitere Veranstaltungen übers Jahr verteilt geplant, der nächste Abend in der Kulturscheune wird am 23.02.08 die Bauchrednershow "Master Me in Kastellaun" sein. Das Jahresprogramm des KuKuK e.V. gibt es im Internet unter kastellaun.com unter dem Punkt "Kultur und Bildung". Bild: Glühweinkabarett mit (v.l.n.r.) Volker Diefes, Andrea Witschi, Rüdiger Höfken und im Vordergrund Matthias Jung Foto: stenick |
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