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Veranstaltung: 'Kulturfestival Boppard - "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull"' Print
  Theater/Comedy
Datum: Samstag, 24. April 2010 um 19:30
Location: Stadthalle
Ort: Boppard
Landkreis (Kfz-Kz.):
Kontakt Info:
Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Tickets ab 19 € gibt es im Internet unter www.boppard-stadthalle.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Tickets und Abonnements ab 60 € gibt es auch bei der Tourist Information Boppard, Tel. 06742/3888. Weitere Infos: www.kulturfestival-boppard.de.
eMail:

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull - Lebensbeichte nach dem Roman von Thomas Mann. "Die Welt will geblendet sein", behauptet Thomas Mann. Es beginnt am Theater: Ein bescheidenes Stück über Hermes, den Gott der Diebe, wird gegeben. Der junge Felix bewundert den Schauspieler, aber näher betrachtet gleicht der Mime doch nur dem unansehnlichen Glühwurm bei Tage, der nur nachts glänzt und strahlt. Felix Krull unterwirft sein Leben dem Wunsch zu glänzen und zu strahlen - und die Welt zu blenden. Strahlend ist seine Eleganz und sein Auftreten, glänzend sein Talent zur Verstellung und blendend seine Erscheinung. Götterliebling und Blender, Dieb und Filou. Der - oder die? - in die Jahre gekommene Krull lässt sein glamouröses Leben Revue passieren. Er will Bekenntnis ablegen, längst ist die Trennung der Geschlechter aufgehoben, ist ebenso viel Frau in ihm wie Mann, ein Doppelwesen. Ein alter - oder eine alte? - Krull fantasiert sich die Jugend zurück, und begegnet sich selbst als Traumbild, als Vexierspiegel der Erinnerung. Nach dem Ruin des elterlichen Sektfabrikantenhaushaltes im Rheingau tritt Felix Krull seinen Siegeszug um die Welt an. In Paris bildet er sich fort und anderen etwas ein. Er verführt und wird geliebt. Die Herzen fliegen ihm zu - seinem Glanz kann sich keiner entziehen. Hochstapler lügen nicht. Sie betrügen die Welt aus Liebe. Aus Felix Krull wird Armand Kroull, aus dem Liftboy ein Oberkellner, aus Kroull der wohlhabende Marquis de Venosta, als der er, mit üppigem Vermögen ausgestattet, schließlich über Lissabon zu einer Reise um die Welt aufbricht. Wie seine Reise endet, werden wir nie erfahren. "Wie, wenn der Roman weit offen stehenbliebe?" fragt der greise Thomas Mann in seinen Memoiren, "es wäre kein Unglück meiner Meinung nach!" - Das Leben eines Hochstaplers muss Fragment bleiben, weil am Ende immer die Wahrheit steht. Bei Felix Krull aber gibt es keine Wahrheit. Keine, die wir hören wollen. Wir wollen doch geblendet sein.


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